Historischer Kraftverkehr 2012 – 5

HiK und Verlag haben einen „runden Geburtstag“:

Der HiK zum 30jährigen Jubiläum erscheint am 28. September 2012

30 Jahre jung wird der Verlag Klaus Rabe in diesen Tagen. Und gleichzeitig jährt sich zum 30. Mal der Erscheinungstermin der Erstausgabe der Zeitschrift „Historische Kraftverkehr“, die allerdings damals noch den Namen „Elefant“ trug. Verleger und Chefredakteur Klaus Rabe – im Bild rechts stehend neben Werner Lachnit – nutzt das Jubiläum, um die Geschichte der damals noch in den Kinderschuhen steckende Alt-Lkw- und -Traktoren-Szene noch einmal Revue passieren zu lassen. Da kommen einem Fahrzeuge in Erinnerung, die es heute schon längst nicht mehr gibt oder die ihr Aussehen fundamental verändert haben. Und die Rede kommt natürlich auch auf die „Männer der ersten Stunde“, die schon Anfang der 1980er Jahren den Weitblick hatten, alte Laster, Omnibusse und Traktoren „beiseite zu stellen“: Dr. Peter Borstel gehörte ebenso dazu wie Erich Schlie, Friedel Prüser, Hellmut Buscher, Hanswerner Schäffer, Christian Unschuld, Fritz Hötte oder auch Dr. Fritz Hardach und Heinz-Bruno Hecker. Damals ging gewissermaßen von Borstels Steam- & Truck-Veranstaltung am Teutoburger Wald aus ein Ruck durch die Anfänge der Szene. Nur wenig später erschien der Elefant und fand sofort reißenden Absatz. Versäumen Sie es nicht, den Rückblick „Die Zeit war reif“ über die Geschichte der Alt-Fahrzeug-Szene und auch den Werdegang des HiK in der neuesten Ausgabe noch einmal nachzulesen.

Berlin, frühe Nachkriegsjahre. Die Großstadt erwacht aus den Trümmern, der Leben nimmt neue Fahrt auf, die Wirtschaft kommt in Schwung. In dieser Gemengelage erwecken Ludwig Zitko und sein Sohn Horst das eigene Fahrzeug-Reparatur- und Abschleppunternehmen zu neuem Leben. Der Wiederaufbau erfordert Kranwagen, die Lasten anheben und bewegen können. Benutzt wird, was gebraucht werden kann. Niemand fragt nach Zulassungen, alle wollen nur, dass es vorwärts, nein aufwärts geht. Die Fuhrparkliste liest sich im Laufe der frühen Jahre wie eine Speisefolge für Alt-Lkw-Gourmets: Ein Vorkriegs-Ford, ein Mercedes L 1500 S, ein International, ein GMC „Jimmy“, diverse 105er Büssing, eine Vorkriegs-Büssing-NAG 275, ein Tatra mit Original-Motor, ein Henschel 40 S 2, verschiedene Mercedes-Benz L 4500 und ein ehemaliger Doppeldecker der Berliner Verkehrsgesellschaft BVG – natürlich auch umgebaut zum Kranwagen. Was sich nicht wehrt, wird mit eigenen Mitteln und unter Zuhilfenahme von Spezialisten zum Heben von Lasten umgestrickt. Aus heutiger Sicht sehen die Konstruktionen abenteuerlich aus, und manche waren das sicher auch. Aber: Sie bewährten sich im harten Einsatz. Lesen Sie im neuen HiK den Ersten Teil der reich bebilderten, überaus spannenden Geschichte des Kranunternehmens Zitkos aus Berlin.

Die Geschichte trägt märchenhafte Züge: Da sucht einer rund 25 Jahre erfolglos nach einem 105er Büssing, wie ihn einst sein Vater in seiner Kohlenhandlung einsetzte. Und dann findet er 2007 einen ehemaligen Holztransporter, der 46 Jahre in einer Mühle im Bayerischen Wald trocken abgestellt war und in bestem Zustand die Zeit überdauert hat. Und da Märchen ja förmlich nach einem Happy End schreien, hat diese Geschichte auch ein solches: Heute erstrahlt der alte Allradler von Martin Pfeiffer aus dem schwäbischen Fellbach-Oeffingen als Kipper in neuem Glanz – eine traumhafte, nichtsdestotrotz wahre Geschichte, wie sie das Leben halt so schreibt – im neuen Hik!

Die Heilbronner Omnibus-Schmiede Drögmöller genoss einst einen ausgezeichneten Ruf als Karosserie-Schneider feiner Reisebusse. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass das Unternehmen auch Lastwagen mit geräumigen Fahrerhäusern oder Spezialaufbauten veredelte. Große Stückzahlen sind dabei allerdings nicht zustande gekommen, obwohl sich die Drögmöller-Laster durchaus sehen lassen konnten. Unsere Archivarin Aleksandra Lippert ist tief ins Archiv des Verlags Klaus Rabe eingestiegen und hat allerhand interessantes Bildermaterial von Lastwagen mit Drögmöller-Aufbauten und –Kabinen zusammengestellt – exklusiv für die Leser der neuesten HiK-Ausgabe.

30 Jahre „Historischer Kraftverkehr“ – dieses Jubiläum nimmt Axel Johanßen zum Anlass, um die Sünden, die in den vergangenen drei Jahrzehnten an seltenen Feuerwehrfahrzeugen begangen wurden, in Erinnerung zu rufen. Was wurde da nicht alles gedankenlos verschrottet: Der 6000er Magirus mit stehendem Motor der Feuerwehr Koblenz ebenso wie der einzige Rüstkranwagen auf einem LP-Frontlenker von Mercedes oder der Kirsten-Kranwagen der Feuerwehr Essen auf einem Zweitakter-Frontlenker von Krupp. Und bei manchem überlebenden Einzelstück ließen dann sogenannte Fahrzeug-Liebhaber keine Gnade walten und vertickten für viel Geld einzigartige Exoten an Gleichgesinnte, damit daraus ein weiteres Exemplar in einer langen Reihe von Pritschen-Lkw entstehen konnte. So ist von vielen außergewöhnlichen Fahrzeugarten leider kein Vertreter erhalten geblieben. Umso mehr hält dieser Beitrag die Erinnerung an die Opfer der Griesheim-Säge wach.

Die friedliche Revolution des Jahres 1989 zog einen Schlussstrich unter die Teilung Deutschlands. In der Folgezeit wurden die ehemaligen DDR-Betriebe privatisiert oder liquidiert. Den staatlichen Fuhrunternehmen und ihren Fahrzeugen erging es nicht anders. kaum etwas wurde für erhaltenswert befunden. Eine löbliche Ausnahme ist der Volvo F 88, den Mike Heinrich aus Wolfenbüttel eines Tages per Zufall fand und anschließend kaufte. Der Dreiachser hatte samt Anhänger die Jahre wohlbehütet an einem sicheren Abstellort überdauert. So waren zwar vor der ersten Fahrt jede Menge Dreck und Unrat zu entfernen, aber technisch funktionierte alles noch einwandfrei. Es gibt nur zwei Probleme: Mikes Herz schlägt eigentlich für Büssing, und außerdem ist ihm selbst eine behutsame Restaurierung das F 88 eine Nummer zu groß, weshalb er sich von dem guten Stück wieder trennen will. Aber vielleicht erbarmt sich ja einer der HiK-Leser, wenn er die neue Ausgabe mit den schönen Bildern des alten Volvo erst mal in Händen hält…

Mehr als 100 alte Fahrzeuge und Baumaschinen trafen sich im Juli zur neunten Veranstaltung „Historischen Baustelle“ in Huttenheim bei Philippsburg – ein Meeting der besonderen Art und mit langer Tradition, das der Verein „IG für historische Baumaschinen e.V.) regelmäßig auf die Räder und Raupenlaufwerke stellt. Unser Mitarbeiter Gerald Sandrieser war trotz sengender Hitze dabei und hat die schönsten Motive für die HiK-Leser mit seiner Kamera eingefangen. Besonders interessant: Gleich drei Hochlöffelbagger von Menck, O & K sowie Krupp-Dolberg waren in Huttenheim am Werke – verpassen Sie also nicht die neue HiK-Ausgabe.

Natürlich berichten wir in der neuen Ausgabe des HiK auch wieder über eine ganze Reihe von Fahrzeugtreffen. So waren unsere Fotografen in Plettenberg, Wiesmühl, Helmstedt und Gerharding unterwegs, um neue Altfahrzeuge, Baumaschinen, Feuerwehr-Tanker und vieles mehr auf die Platte – pardon, die Speicherkarte zu bannen. Und selbstverständlich wartet der neue HiK auch wieder mit einer Vielzahl von Kurzmeldungen und einem umfangreichen Kleinanzeigen-Teil auf seine Leser.

Deshalb nicht vergessen: Der neue Hik – Ausgabe 5/2012 – erscheint bereits am

28. September 2012. Im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder direkt beim Verlag erhältlich.